Nicht nur im Norden von Deutschland ist das Hochwasser ein Thema, auch im Landkreis Bad Kreuznach hat man das Wasser im Blick. Aber noch besteht kein Anlass zur Sorge oder Panik. Die Wasserstände liegen teilweise unterhalb des Niveaus eines zweijährigen Hochwassers. Die Freiwilligen Feuerwehren kontrollieren regelmäßig die Pegel, die Alarmpläne und Ausrüstung wurden überprüft – man ist einsatzbereit.

Gesperrte Unterführung bei Kirn am 03.01.2024.
Foto: Jörg Dindorf – Team Medien Landkreis Bad Kreuznach

 
Deshalb besteht kein Grund zur Besorgnis. Dennoch gibt es einige Maßnahmen, die jeder bereits jetzt ergreifen kann:
 
– Informieren Sie sich über die bekannten Medien über die Wetterlage
– Installieren Sie Warn-Apps, wie Katwarn
– Sichern Sie Ihre Gegenstände. Gerade im Garten oder in Ufernähe 
– Vermeiden Sie überflutete Gebiete und behindern sie nicht die Einsatzkräfte
– Vermeiden Sie bei starkem Wind den Aufenthalt im Wald oder Park
– Informieren Sie ihre Mitmenschen, die ggf. diese Ratschläge nicht erreichen

Der Notruf 112 sollte ausschließlich in wirklichen Notfällen verwendet werden und nicht missbräuchlich genutzt werden.

 
Warnmittelmix setzt auf mehrere Säulen
Der Landkreis Bad Kreuznach setzt auf einen vielfältigen Warnmittelmix, um die Bürgerinnen und Bürger effektiv und zeitnah zu erreichen. Diese Maßnahmen dienen der frühzeitigen Warnung und Vorsorge bei potenziellen Gefahrensituationen. Jörg Dindorf, der Leiter des Teams Medien, appelliert dazu: „Installieren Sie Warn-Apps wie Katwarn! Sie sind unser schnellstes Warnmittel und bitte löschen sie diese nicht, auch wenn sie mal einige Zeit nicht auslösen!“ Dieses Medium wird durch Mitteilungen über die Social-Media-Kanäle, in der Presse oder über das Modulare Warnsystem MoWaS ergänzt.
 
Hochwasser-Komponente ist abmarschbereit
Aber auch die Nahe-Region bleibt von den Auswirkungen des Hochwassers in Norddeutschland nicht verschont. Am Silvestertag wurden verschiedene Komponenten aus dem Katastrophenschutz des Kreises von Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI), Werner Hofmann, abgefragt. In den Feuerwehreinheiten zum Beispiel, die über Großpumpen oder den Abrollbehälter mit Hochwasserpumpen verfügen, wurden die ehrenamtlichen Feuerwehrleute für einen siebentägigen Einsatz angefragt. Diese mussten die Anfrage wiederum mit ihren Angehörigen oder Arbeitgebern klären. Im Verlauf des Tages erhielt Hofmann, die entsprechenden Rückmeldungen und konnte feststellen, dass der Landkreis Bad Kreuznach für den überörtlichen Einsatz bereitsteht. Wenn ein Ersuchen kommt, sind die Einsatzkräfte kurzfristig abmarschbereit. Auch Landrätin Bettina Dickes war bei der Besprechung anwesend und machte sich in Bild über die Einsatzplanungen. Sie Danke allen Einsatzkräften für die Bereitschaft zur Nachbarschaftshilfe.

Umfangreiche Besprechungen
Am Neujahrstag trafen sich die ehrenamtlichen Führungskräfte der Verbandsgemeinden in der Folge und klärten intern das weitere Vorgehen. Dabei galt es Fragen bezüglich der Verfügbarkeit, auch für einen längeren Einsatz zu klären oder was man privat mitnehmen muss, wie zum Beispiel Einsatzkleidung, Schlafsack und persönliche Dinge.

Am darauffolgenden Dienstag kamen die Leiter der Sachgebiete im Katastrophenschutzstab in der Kreisverwaltung zusammen. Die Sachgebiete gliedern sich zum Beispiel in Personal, Versorgung oder Kommunikation auf und gewährleisten einen reibungslosen Einsatzverlauf. Unter der Leitung von BKI Werner Hofmann wurden an dem Abend weitere Planungen und Vorbereitungen getroffen. „Wir stehen bereit und sind innerhalb von 4 Stunden abmarschbereit!“ führt dazu BKI Hofmann aus und ergänzt „Unserem Bundesland wurde im Ahrtal geholfen, da ist es selbstverständlich, dass wir im Norden unterstützen!“

Insgesamt stehen aus dem Nahe-Landkreis ca. 50 Einsatzkräfte mit 12 Fahrzeugen, 3 Abrollbehältern, 20 Hochwasserpumpen und Notstromerzeugern bereit.

Selbstverständlich wird man aus Sicht des Katastrophenschutzes die Situation in der Heimat stets im Blick behalten.