Idar-Oberstein: Literaturfrühstück war schnell ausverkauft

Das von der Stadtbibliothek Idar-Oberstein und der Buchhandlung Schulz-Ebrecht organisierte Literaturfrühstück erfreut sich immer großer Beliebtheit. Diesmal war die Nachfrage so groß, dass die Karten bereits knapp zwei Wochen vor der Veranstaltung  ausverkauft waren. Diejenigen, die sich frühzeitig um eine Eintrittskarte gekümmert hatten, erlebten einen literarisch abwechslungsreichen Vormittag.

Nach einer ersten Runde am gut gefüllten Frühstücksbuffet im Restaurant Badischer Hof stellte Christine Werle von der Buchhandlung Schulz-Ebrecht  das Buch „Alles was ich dir geben will“ vor. Der Roman der spanischen Schriftstellerin Dolores Redondo wurde gerade erst veröffentlicht und dreht sich um den Schriftsteller Manuel. Dieser erhält die Nachricht, dass sein Ehemann Alvaro tödlich verunglückt ist – und das in Galicien, wo Manuel ihn doch eigentlich bei einem Geschäftstermin in Barcelona wähnte. Manuel erfährt mehr und mehr vom Doppelleben Alvaros und in der wunderschönen Landschaft Galiciens macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit, denn die Todesumstände Alvaros sind mehr als verdächtig.

Bibliothekarin Sandra Ley entführte die Zuhörer in die fremde Welt der Schausteller und Artisten Anfang des 20. Jahrhunderts. 1902 verlässt Mathis Bohnsack mit einigen Schaustellern sein Heimatdorf und wird Röntgenassistent auf Jahrmärkten. Sein Weg führt ihn auch nach Zürich, wo er seine große Liebe, die Kraftfrau Meta, trifft. Im Jahr 1935 schließlich leben sie in einer Wohnwagensiedlung in Berlin unter schwierigen Bedingungen. Im nationalsozialistischen Deutschland verschwinden immer wieder Schausteller aus der Wohnwagensiedlung spurlos. Mathis beginnt, ein Buch über all diese Menschen und ihre Geschichten zu schreiben, wohl wissend, dass ihm dies gefährlich werden kann. „Das Buch der vergessenen Artisten“ ist der zweite Roman der Schriftstellerin Vera Buck.

Zum Abschluss warb Gastleser Damian Hötger darum, wieder einmal Heinrich Bölls „Irisches Tagebuch“ zur Hand zu nehmen. Mit diesem halbdokumentarischen Reisebericht weckte Böll die Liebe der Deutschen zu Irland. Für ihn selbst wurde die Insel bei seinen vielen Reisen dorthin zu einem Stück Heimat, unvergleichlich beschreibt er die Landschaft und die Menschen. 2018 brachte der Verlag Kiepenheuer & Witsche eine Jubiläumsausgabe heraus, die zahlreiche ergänzende Erläuterungen sowie einige Fotos aus der Zeit von Heinrich Bölls Reisen enthält.

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