Die Geschichte eines deutschen Widerstands

Im Rahmen ihres Theaterprogramms präsentiert die Stadt Idar-Oberstein am Sonntag, 17. März 2019, um 19.30 Uhr im Stadttheater das Schauspiel „Jeder stirbt für sich allein“ nach dem gleichnamigen Roman von Hans Fallada. Diese berührende, mehrfach verfilmte Geschichte um Widerstand, Angst und Verrat im Milieu der kleinen Leute ist jetzt in einer Bühnenfassung des Regisseurs Volkmar Kamm wieder auf Tournee zu sehen. In der Produktion der Schauspielbühnen in Stuttgart, Altes Schauspielhaus und des Euro-Studio Landgraf spielen Hellena Büttner und Peter Bause die Hauptrollen.

Während des 2. Weltkrieges warfen Elise und Otto Hampel, ein Arbeiterehepaar aus Berlin-Wedding, NS-regimekritische Postkarten in fremde Briefkästen oder legten sie heimlich in Treppenhäusern aus. Von September 1940 bis zu ihrer Verhaftung im Oktober 1942 waren es mehr als 200 handgeschriebene Botschaften und Flugzettel mit ungelenken, aber eindeutigen Aufrufen zum Widerstand: „Nieder mit dem schurkischen Hitler Regiem!“(sic!)

Die mutige Tat der Hampels, die 1943 wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ und „Vorbereitung zum Hochverrat“ in Plötzensee hingerichtet wurden, lieferte 1946/47 die Vorlage für Hans Falladas außergewöhnlichen Roman „Jeder stirbt für sich allein“. Bei ihm heißt das Ehepaar zwar Quangel und stammt aus Prenzlauer Berg – die Geschichte bleibt dieselbe: Der Widerstand ist für das Ehepaar weniger ein politischer Akt als eine gemeinsam getroffene Gewissensentscheidung, ausgelöst durch den Kriegstod eines nahen Verwandten (in der Realität starb Frau Hampels geliebter jüngerer Bruder). Sie wollen etwas tun – sich gegen das sinnlose Hinschlachten Tausender zur Wehr setzen.

Dem erfahrenen Theatermann Volkmar Kamm gelingt es in seiner Dramatisierung in beklemmender Eindringlichkeit, die emotional sehr anrührende Atmosphäre einzufangen und in Momentaufnahmen die verschiedenen Schicksale der Denunzianten, Opfer, Mitläufer, Spitzel und überzeugten Nazis zu bündeln.

Karten gibt es bei den bekannten Vorverkaufsstellen und im Internet unter www.ticket-regional.de.

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